
Groß aufgezogen präsentiert sich die „Evangelische Kampagne für Erst- und Jungwählende zur Bundestagswahl“. Zwei Pressemeldungen (verteilt sogar über das Presseportal) und eine Pressekonferenz in Berlin sollen den Medien das „Viralmarketing mit vier Internetspots“ näher bringen.
Mit vier Internetspots machen Evangelische Organisationen junge Menschen darauf aufmerksam, sich an der Bundestagswahl zu beteiligen. Unter dem Slogan "Nutze den Raum. – Wählen. Am 18. September" sollen jungen Menschen das Bewusstsein für Demokratie verdeutlicht werden. Im Mittelpunkt der Spots steht ein Quadratmeter Deutschland: Die Wahlkabine. Sie wird jeweils von jungen Menschen auf ihre ganz eigenwillige Art und Weise genutzt.
Quelle: Presseportal
Und eigenwillig ist das ganze dann auch – „Pimp my Wahlkabine“ sozusagen. Ich persönlich kann mir allerdings weder vorstellen, dass eine Wahlkabine mit Grill, Planschbecken oder Mini-Disko potenzielle Erstwähler von der Notwendigkeit der Stimmabgabe überzeugt, noch dass die Zielgruppe sich in großem Umfang viral betätigt und eifrig E-Mails mit dem Link zur Website www.nutzedenraum.de verschickt. Dazu sind die vier Filmchen für meinen Geschmack einfach nicht witzig, aufregend oder in irgendeiner anderen Weise interessant genug.
Aber vielleicht bin ich ja einfach nur zu alt – um fast zwei Jahre, denn die Kampagne richtet sich an 18- bis 25-jährige. Im Gegensatz zu den Machern, die altersmäßig noch zur Zielgruppe zählen:
Entwickelt und umgesetzt wurde die Kampagne von der studentischen Kommunikationsagentur Töchter + Söhne mit Sitz an der Universität der Künste Berlin. Die Mitarbeiter der Agentur sind entsprechend ihrem Alter selbst Teil der Zielgruppe, wodurch ein sehr altersgerechtes Produkt entstanden sei, so die evangelischen Initiatoren.
Quelle: Presseportal
Insgesamt also ein löblicher Ansatz, an dessen Erfolgsaussichten ich jedoch einige Zweifel habe. Doch vielleicht veröffentlichen die Verantwortlichen in einigen Wochen Zahlen, die das Gegenteil beweisen.

