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Schleichwerbung im Fernsehen bald legal? Und was ist mit den Printmedien?

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EU-Kommissarin Viviane Reding möchte Product Placement EU-weit legalisieren, zumindest teilweise. Wie FAZ, FTD und taz berichteten, plant Reding eine Lockerung des Verbots von Product Placement im Fernsehen sowie eine einheitliche Regelung für alle EU-Länder.

Dies gab sie auf einem Kongress des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin bekannt. In Nachrichten, Reportagen, Dokumentationen und ähnliche Informationssendungen solle Product Placement jedoch auch weiterhin nicht erlaubt sein.

Der Vorstoß der EU-Kommissarin stieß nicht nur auf Zustimmung:

Was bei der geplanten Neuregelung der EU-Fernsehrichtlinie unter den Begriffen Liberalisierung und Deregulierung angeboten werde, bedeute in der Konsequenz eine Aufhebung der sauberen Trennung von Werbung und Programminhalten, kritisierte BDZV-Präsident Helmut Heinen auf dem Berliner Zeitungskongreß.
Quelle: FAZ.NET

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Doch lehnt sich Heinen damit nicht etwas weit aus dem Fenster? Aus meiner eigenen PR-Erfahrung – insbesondere mit Fachzeitschriften, die oft nur mit einem sehr dünnen finanziellen Polster ausgestattet sind – kenne ich die gängige Praxis nur zu gut, sich das Wohlwollen von Redaktionen mit der Schaltung von Anzeigen zu erkaufen. Dabei rede ich nicht von den bezahlten Beiträgen, die klar als „Anzeige“ oder „Advertorial“ gekennzeichnet sind.

Je kleiner die Zeitschrift, desto offener werden PR-Verantwortliche aus Unternehmen darauf hingewiesen, dass das Anzeigenvolumen Einfluss auf die redaktionelle Erwähnung hat. Und auch wenn es nicht offen zur Sprache kommt, steigt die Anzahl der veröffentlichter Pressemeldungen in einem Titel oft auf wundersame Weise, nachdem das Unternehmen ein paar Tausend Euro für Anzeigen ausgegeben hat.

Auch die LinksZeitung kritisiert die Aussage der Zeitungsverleger:

Dabei scheinen die Argumente der Verleger zwar berechtigt, aber zugleich auch zweifelhafter Natur zu sein. Denn Schleichwerbung findet auch bei Ihnen in unterschiedlichen Formen tagtäglich statt. Redakteure greifen auf große Datenbanken zurück, in denen Unternehmen oder politische Institutionen ihre Presseinformationen lancieren und drucken diese dann auch teilweise ungeprüft und unverändert ab. Und nicht wenig Geld fließt für „redaktionelle Beiträge“ mit eindeutiger Werbebotschaft.
Quelle: LinksZeitung

Natürlich handeln nicht alle Verlage so. Und natürlich hat auch diese Medallie zwei Seiten: Pressefreiheit und unabhängige Berichterstattung stehen dem oft schwierigen finanziellen Überleben der Zeitschrift oder sogar des Verlags gegenüber.

Die Zukunft wird zeigen, ob EU-Richtlinien zur Regulierung von Product Placement auch Printmedien und die dort teilweise gängige Praxis berücksichtigen. Einschränkungen in diesem Bereich sind jedoch eher unwahrscheinlich. Denn die EU-Kommissarin machte auf dem BDZV-Kongress klar: „Solange ich Kommissarin für Medienpolitik bin, wird es aus Brüssel keine neuen Vorschläge für Werbeverbote geben.“

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