
Wer der Meinung ist, Unternehmenskommunikation sei nur etwas für die Marketing- und Presseabteilungen dieser Welt, der irrt gewaltig. In meiner täglichen Arbeit merke ich immer wieder, wie wichtig es ist, dass jeder Mitarbeiter eines Unternehmens sich bewusst ist, dass auch er das Außenbild eines Unternehmens gestaltet – mit seiner ganz alltäglichen Kommunikation.
In seinem Blogbeitrag „Können Unternehmen nicht nicht kommunizieren“ greift Jörg Hoewner den Satz „Man kann nicht nicht kommunizieren“ von Paul Watzlawick auf und fragt, ob dieses ursprünglich auf die zwischenmenschliche Kommunikation gemünzte Axinom tatsächlich uneingeschränkt auf die Kommunikation von Unternehmen und anderen Organisationen übertragen werden kann.
Meinem kurzen Kommentar zu diesem Blogbeitrag möchte ich hier noch einen Gedanken hinzufügen. Nach ein wenig Überlegen meinte ich schon, doch tatsächlich eine Unternehmensform gefunden zu haben, die nicht nach außen kommuniziert. Ich dachte dabei an eine typische „Beteiligungs- und Verwaltungs-GmbH“, deren einziger Zweck darin besteht, die Gründung und Führung einer GmbH & Co. KG zu ermöglichen. Ein solches Verwaltungskonstrukt könnte ganz ohne Lieferanten und Kunden auskommen. Doch selbst dieses Unternehmen kommuniziert nach außen: Zumindest mit dem Amtsgericht und regelmäßig mit dem Finanzamt besteht ein Kontakt.
Somit gilt Paul Watzlawicks Axinom „Man kann nicht nicht kommunizieren“ meiner Meinung nach uneingeschränkt auch für Unternehmen. (Auf Gegenbeispiele in den Kommentaren bin ich sehr gespannt.)
Auch wenn es nicht neu ist, sollten Geschäftsleitungen, Marketing- und Presseabteilungen daher immer – und vielleicht noch stärker – beachten: Nicht erst seit dem Aufkommen von Buzz-Marketing und organisierter Mundpropaganda entsteht das Image eines Unternehmens zu einem wichtigen Teil durch die alltägliche – und nicht selten als banal erachtete – Kommunikation seiner Mitarbeiter. Mühsam erarbeitete oder teuer eingekaufte Corporate-Communication-Regelwerke sind wertlos, wenn der Inhalte nicht allen Mitarbeitern regelmäßig und intensiv nahegebracht werden. Starre Richtlinien helfen hier wenig. Nur wenn ein echtes Verständnis entsteht, werden nicht nur Regeln befolgt, sondern Unternehmenswerte gelebt.


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