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Buchrezension: „Audio Branding“ von Cornelius Ringe

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Audio Branding

Nach über drei Wochen Pause geht es weiter in diesem Blog. In den letztenWochen bin ich endlich dazu gekommen, „Audio Branding“ von Cornelius Ringe durchzulesen. Es ist soweit ich weiß das erste deutschsprachige Fachbuch zum Thema akustische Markenführung.

Aufbau und Inhalt

Seinen Ursprung als Diplomarbeit merkt man dem Buch deutlich an, zumindest anfangs. Der strenge, wissenschaftliche Aufbau mit der typischen Gliederung der einzelnen Kapitel in Einleitung, Ausführung und Zusammenfassung und die manchmal etwas hölzernen Satzkonstruktionen versprühen das typische Flair einer wissenschaftlichen Abhandlung. Wahrscheinlich fiel es mir aber auch nur deswegen besonders auf, weil ich direkt davor Sascha Langners „Viral Marketing“ gelesen hatte, das deutlich leserfreundlicher und flüssiger geschrieben ist.

Audio Branding

Bereits bei der Lieferung des Buches war ich von seiner Dünne überrascht. Etwa die Hälfte der insgesamt 118 Seiten widmed Ringe der Einführung in die Grundlagen – Musikpsychologie, auditive Wahrnehmung und funktioneller Einsatz von Musik – sowie die Theorie des Audio-Branding-Konzepts. Auf weitern 30 Seiten folgen dann zwei Fallanalysen – die Deutschen Telekom und Siemens. Außerdem gibt es noch Mitschriften von zwei Telefoninterviews mit John Groves (Groves Sound Branding) und Patrick Langeslag (acg audio consulting group).

Was mir auffiel

Die Diplomarbeit entstand Ende 2003/Anfang 2004 (und wurde übrigens mit einer 1,3 benotet). Auch wenn ich kein Experte bin, denke ich, dass sich seitdem auf dem Gebiet des Corporate Sounds einiges getan hat. Besonders beim Praxisbeispiel Siemens existieren mitlerweile sicher mehr Erkenntnisse, denn das Corporate-Sound-Konzept wurde erst 2003 implementiert. Gerade für mich wären solche Erfahrungen aus einem eher B-to-B-orientierten Konzern von großem Interesse.

Auch hätte ich mir vor allem im Kapitel „Audio Branding“ und bei den Praxisbeispielen eine detailliertere Darstellung gewünscht. Das Buch ist zwar kein Praxisleitfaden, doch ein wenig mehr Konkretes hätte ich in einem Fachbuch für knapp 60,00 € schon erwartet.

Zudem habe ich eine beigelegte CD schmerzlich vermisst. Ein Buch über Markenklang, bei dem es keinen Klang gibt, ist nur halb so interessant. Das ist ein großer Minuspunkt. Besonders die Fallanalysen wären durch Audiobeispiele erheblich anschaulicher. So ist vieles eben doch sehr theoretisch. Die für den Leser relevante konkrete Umsetzung bleibt leider seiner Fantasie und Vorstellungskraft überlassen. Wer ein Praxisbeispiel mit Sound kennenlernen möchte, dem sei ein Interview mit Karlheinz Illner, Gründer und Geschäftsführer von sonar.brandandmusic, ans Herz bzw. an die Ohren gelegt.

Fazit

Wer sich zum ersten Mal mit Begriffen wie Corporate Sound, Audio Branding oder akustischer Markenführung beschäftigt, dem bietet das Buch eine guten Übersicht über Grundlagen und Einsatzfelder. Wer jedoch genauer wissen möchte, wie ein Corporate-Sound-Konzept funktioniert und was dazu alles nötig ist, stößt schnell an die Grenzen des Buches. Das Fehlen jeglicher Soundbeispiele schmälert den Praxisnutzen meines Erachtens erheblich. Leider gibt es bisher keine anderen Bücher zu diesem Thema auf dem deutschen Markt. Wie es mit englischsprachiger Literatur aussieht, habe ich bisher noch nicht recherchiert. Ich bleibe aber dran.

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