AOL und Yahoo! wollen E-Mail-Versand kostenpflichtig machen

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Durch den Frutilla-Newsletter bin ich heute auf das Thema gestoßen, doch Golem.de meldete es bereits Anfang der Woche: AOL und Yahoo! starten einen Versuch, mit E-Mails Kasse zu machen.

„AOL und Yahoo planen in Zukunft in Zusammenarbeit mit Goodmail großen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen einen kostenpflichtigen Service zur Vorzugsbehandlung von E-Mails an ihre Kunden anzubieten. Die Kosten sollen sich dabei je nach Mailaufkommen auf 1/4 bis 1 US-Cent pro E-Mail belaufen.“
Quelle: Frutilla.de

„Wer E-Mails an Nutzer von AOL und Yahoo verschicken will, wird dies auch weiterhin tun können. Wer dies aber in größeren Mengen tut, z. B. weil er Werbung versendet und sicherstellen will, dass diese nicht in den Spam-Filtern der Anbieter hängen bleibt, wird künftig zur Kasse gebeten.“
Quelle: Golem.de

Das Quasi-kostenlos-Medium E-Mail kostenpflichtig zu machen, ist sicherlich ein Wunsch vieler Internetprovider. Das Problem dabei: die Akzeptanz. Für Internetnutzer ist es eine Selbstverständlichkeit, dass der Versand einer E-Mail kein „Porto“ kostet. Das war schließlich schon immer so. Anders beispielsweise bei SMS: Eine SMS hat schon immer Geld gekostet. Deswegen ist es für Handybenutzer eine Selbstverständlichkeit, dass sie für jede verschickte SMS zur Kasse gebeten werden.

Der Beliebtheit von SMS hat dies keinen Abbruch getan. Wenn man bedenkt, dass man für gerade einmal 160 Zeichen oft einen zweistelligen Cent-Betrag zahlt – welche gigantischen Einkünfte könnte man bei solchen Preisen mit E-Mails verdienen! Doch wenn von heute auf morgen ein Internetprovider auf die Idee käme, für jede verschickte E-Mail Geld zu verlangen, hätte er wohl sehr schnell keinen einzigen Kunden mehr.

Die Frage, wie man für eine bisher kostenlose Leistung in Zukunft Geld verlangen kann, hat schon so manchen Marketer beschäftigt. Nicht wenige Dotcom-Firmen sind wahrscheinlich an diesem Problem zugrunde gegangen. AOL und Yahoo! zäumen das Marketing-Pferd nun von der Spam-Seite her auf. Ein gar nicht mal so schlechter Einfall. Denn im Gegensatz zum E-Mail-Versand an sich, ist das Thema Spamschutz auf der einen Seite und das Thema Spamfilter-Überwindung auf der anderen Seite durchaus kommerzialisierungsfähig. (Ich selbst zahle meinem Provider für die Bereitstellung eines Spamfilters jedes Jahr ein kleines Sümmchen.)

Ich bin gespannt, wie das Experiment verläuft. Und ich bin gespannt, ob andere E-Mail-Provider auf den Zug aufspringen. Sowohl für E-Mail-Marketing-Anbieter als auch für Unternehmen, die Wert auf die korrekte Zustellung ihrer Nachrichten legen, könnte sich auf der Kostenseite zukünftig einiges ändern. Interessant wäre auch zu wissen, ob AOL und Yahoo! im Zuge dieser Neuerung ihre Spamfilter noch ein wenig „schärfer“ einstellen – um den betroffenen Versendern einen zusätzlichen „Anreiz“ zu geben.

Sollte das Modell auf Akzeptanz stoßen, wäre der Weg zum generell kostenpflichtigen E-Mail-Versand mit Sicherheit ein bisschen freier. Ist die kostenlose E-Mail vielleicht ein Auslaufmodell?

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