
Besonders in der Werbe- und Medienbranche sind Dauerpraktikanten keine Seltenheit. Für ein paar Euro schuften sie nach dem Studium manchmal jahrelang in einer Agentur nach der nächsten – immer in der Hoffnung, irgendwo übernommen zu werden. Für Agenturen sind sie vor allem billige und belastbare Arbeitskräfte. In den letzten Jahren wird dieses Problem immer öfter in den Medien thematisiert.
„‚Die Medienbranche saniert sich mit Praktikanten‘, sagt Katja Karger, Projektmanagerin von connexx.av, der gewerkschaftlichen Interessenvertretung von Medienschaffenden. Es seien die PR-Büros und Werbeagenturen, die kleinen Redaktionsteams, Filmgesellschaften und New-Media-Betriebe, deren Belegschaft oft bis zur Hälfte aus Praktikanten bestünden.“
Quelle: karriere.de
Désirée Grebel (leider habe ich im Netz so gut wie nichts zu ihr gefunden) hat nun eine öffentliche Petition an den Deutschen Bundestag gerichtet:
„Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Praktika von Hochschulabsolventen, die länger als drei Monate dauern und in dem Berufsbild abgeleistet werden, für das der Hochschulabsolvent ausgebildet wurde, in ein reguläres Arbeitsverhältnis umgewandelt werden.
Begründung:
Unzählige hochqualifizierte Menschen arbeiten ohne Entlohnung oder gegen einen Lohn, der unter dem Existenzminimum liegt. Solche so genannten Praktika dienen nicht der Aus- oder Weiterbildung.“
Ob man die Petition nun gut oder schlecht findet, soll jedem selbst überlassen bleiben. Auch wenn ich die Befürchtung mancher Skeptiker teile, dass sich dadurch die Zahl der dreimonatigen Praktika erhöhen wird, habe ich die Petition unterschrieben – obwohl ich normalerweise eigentlich eher auf verantwortungsvolle Selbstregulierung setze anstatt auf gesetzliche Regelungen. Doch die Selbstregulierung scheint hier trotz Initiativen wie Fair Company nicht wirklich zu greifen.
Wer die Petition unterstützen will, kann sich online in die Unterschriftenliste eintragen. Und warum die Webadresse so seltsam ist (itc.napier.ac.uk…), kann man auf praegnanz.de nachlesen. Durch Gerrits Blogartikel bin ich übrigens überhaupt erst auf das Thema gestoßen.

