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B2B-Adressbroker 2.0

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Smartdex

Aktuelles Adressmaterial für B2B-Mailings oder andere Direktmarketing- und Vertriebsaktionen sind schwer zu beschaffen. Lückenhafte Kontaktdate und veraltete Angaben zu Position und Aufgabengebiet machen die zielgenaue Ansprache der gewünschten Entscheider oft nicht leicht. Zwar werben verschiedene Adressbroker mit der Aktualität ihrer Business-Adressen, können dieses Versprechen jedoch nicht immer einhalten. Das hannoverische Startup Smartdex will diese Lücke mit einem interessanten Web-2.0-Ansatz füllen.

Smartdex ist kein Adressbroker im herkömmlichen Sinn, sondern eine Plattform, auf der Mitglieder untereinander Firmenadressen und Geschäftskontakte handeln und tauschen können. Hinter dem Startup aus Hannover stehen Markus Pöhlmann (Crowdwisdom), Sascha Langner (marke-X, marketingNEXT) und Thomas Koenig.

Funktionsweise

Man kann sich das ganze als einen gut geschüttelten Cocktail aus Plaxo, XING und Hitflip vorstellen: Nutzer stellen ihre Kontakte ein, erhalten dafür Punkte und können mit dieser internen Währung die Kontakte anderer Nutzer erwerben. Für jeden Kontakt, den man selbst einbringt, kann man also einen neuen Kontakt erwerben. Zusätzlich wird man demnächst zusätzlich die Punkte auch kaufen können. Damit die Kontakte aktuell bleiben, hat jeder Nutzer die Möglichkeit, Kontakte zu aktualisieren. Auch dafür gibt es Punkte. Nach dem Prinzip der Wikipedia möchte Smartdex auf diese Weise „die umfangreichste und aktuellste Plattform für die Suche und den Erwerb von Geschäftskontakten und Firmenadressen“ werden.

So funktioniert Smartdex
Bildquelle: Smartdex

Datenschutz

Wie ein solches Modell im Datenschutz-sensiblen Deutschland möglich ist, erklärt Sascha Langner so:

„Es geht ausschließlich um Business-Adressen (absolut nichts privates, noch nicht mal eine Handynummer) und auch nur um solche Daten, die das Datenschutzgesetz ausdrücklich erlaubt hat. So darf man bei uns nur Daten einstellen, die entweder aus öffentlich-zugänglichen Quellen stammen oder bei denen dem Eintragenden die Erlaubnis des Eingetragenen vorliegt (z. B. wenn jemand seinen Kollegen eintragen will).

Allein der erste Punkt ist bereits gigantisch, wenn man sich vor Augen führt, wie viele Hundertausende von Kontakten auf den Websites der Firmen gelistet sind. Jede vierte Firma listet ca. vier Ansprechpartner mit kompletten Kontaktdetails.

Zudem löschen wir auf Anfrage alles sofort und umgehend, wenn jemanden auch das stört. Unsere Vision ist: Alle die, die gefunden werden ‚wollen‘, mittels der Community in einer Datenbank zu bündeln.“

Ausblick

Interessant dürfte der zu erwartende Wettbewerb zwischen Smartdex und dem Konkurrenten Namendo werden. Namendo, ein Tochterunternehmen der OnVista Group, setzt auf ein ähnliches Modell wie Smartdex und meldet heute nach zwölfwöchigem Livebetrieb 121.372 Kontakte aus 30.313 Unternehmen. Über die Größe des Smartdex-Adresspools gibt es meines Wissens nach bisher noch keine offiziellen Angaben. Zumindest was Öffentlichkeitsarbeit und Web-2.0-Karma angeht, hat Smartdex meinem Empfinden nach im Moment jedoch eindeutig die Nase vorn.

Update (2008-01-21): In der letzten Woche hat Smartdex zum ersten Mal Zahlen veröffentlicht. Weniger als sechs Monate nach dem offiziellen Launch des Portals nimmt das Startup die Marke von 250.000 eingetragenen B2B-Kontakten. Damit ist Smartdex lt. Presse- und Marketingchef Sascha Langner „Marktführer auf dem Gebiet der nutzergenerierten B2B-Adressen“.

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  • hallo,

    ehrlich gesagt traue ich bezüglich Qualität und Vollständigkeit der Deutschen Post am meisten zu. Schliesslich aktualisieren die ihre Datenbank schon lang nach dem Mitmach-Prinzip. Nämlich durch Postboten, die direkt an der Türe ablesen wie der Name richtig geschrieben wird usw.
    Dennoch eine super Idee. Klar, hatte ich auch schon vor einiger Zeit ;-)

    Schönen Gruss
  • Ich habe gerade noch einmal nachgesehen: Suchen und selektieren kann man nach Vorname, Nachname, Position, Firma, Managementebene, Abteilung, Branche, Bundesland, Postleitzahl, Ort, Vorwahl, Mitarbeiteranzahl und Umsatz. Also im Prinzip alles, was man von großen Adressverlagen auch kennt. Smartdex und Namendo sind mit XING, LinkedIn und Co. nicht direkt vergleichbar und daher mit Sicherheit keine Konkurrenz für solche Netzwerksites – wohl aber für Adressverlagen wie Schober, Hoppenstedt usw. Smartdex und Namendo sind in meinen Augen in erster Linie Dienstleister für alle, die mit B2B-Direktmarketing zu tun haben.

    Natürlich kann man sich Kontakte für die Neukundenakquise auch bei XING zusammensuchen. Der Ansatz hier ist aber ein anderer. Erstens können bei Smartdex und Namendo, genau wie bei herkömmlichen B2B-Adressbrokern, auch Kontakte drinstehen, die sich selbst nicht bei Netzwerken wie XING anmelden. Solange die Daten aus rechtlich korrekten Quellen (z. B. auf der Firmenwebsite veröffentlichte Kontaktdate) stammen, ist vereinfacht gesagt der Handel mit solchen Adressen im B2B-Geschäft erlaubt.

    Zweitens wäre es wohl ein sehr mühsames und zeitaufwändiges Unterfangen, sich beispielsweise für ein B2B-Mailing sagen wir einmal 800 Neuadressen bei XING zusammenzusuchen und diese dann noch mit den eigenen abzugleichen. Abgesehen davon kann man bei sehr vielen XING-Mitgliedern die meisten Kontaktdaten wie etwa die Anschrift gar nicht vollständig sehen, ohne dass diese vom entsprechenden Mitglied für einen freigeschaltet wurden. Und erst recht keine Telefonnummern. Dass man bei XING in den meisten Fällen wesentlich mehr über die Personen erfährt (Interessen, beruflicher Hintergrund, Kontaktnetzwerk usw.), steht auf einem ganz anderen Blatt.
  • So wirklich überzeugt bin ich von dem Dienst nicht. Wenn außer oberflächlichen Kontaktdaten nichts in der Datenbank steht kann man doch höchstens nach dem Namen einer Person suchen. Und dann könnte man auch direkt zu Xing gehen.
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