
Der RWE-Vorstand stellte gestern den neuen Markenauftritt des Konzerns während der Hauptversammlung in Essen vor. Auffälligstes Merkmal ist wohl das „Claimlogo“, das die drei Buchstaben des Konzernnamens in den Slogan „VoRWEg gehen“ integriert.
Das Claimlogo stammt aus der Feder der Agentur Jung v. Matt/brand identity. Ob es gelungen ist oder nicht, mag im Auge des Betrachters liegen. Für meinen Geschmack ist es weder schön noch besonders einprägsam. Im Gegenteil: Das Wortspiel wirkt auf mich arg gekünstelt, und der Firmennamens geht mir zu sehr unter zwischen all den anderen Buchstaben. Da reißen es auch die unterschiedlichen Schriftarten und die – heutzutage offenbar unvermeidliche – „Wir sind ja sooo modern“-Spiegelung der drei Namensbuchstaben nicht mehr raus. In eine ähnliche Richtung gehen übrigens die Kommentare im Fontblog.

Die Bedeutung des neuen Claims als „große Verpflichtung“ für das Unternehmen beschreibt Dr. Jürgen Großmann, Vorstandsvorsitzender der RWE AG, so:
„VoRWEg gehen bedeutet für uns, deutlich zu machen, welchen Beitrag RWE zur Minderung der weltweiten CO2-Emissionen leisten kann. Wir gehen voRWEg, um die Nutzung der effizienten Kohleverstromung und Kernenergie im Energiemix der Zukunft zu sichern. Um neue, auf die Kunden zugeschnittene Produkte wie etwa den Stromtarif mit dreijähriger Preisgarantie zu entwickeln. Um Investitionen in erneuerbare Energien voranzutreiben und neue Dienstleistungen und Technologien wie
z. B. intelligente Stromzähler bereitzustellen.“
Quelle: RWE
Laut W&V werden für die Umstellung des Erscheinungsbildes keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt, sondern sämtliche Kosten aus dem vorhandenen Kommunikationsbudget beglichen.
Zudem startet heute eine begleitende Kampagne. Ich bin gespannt, wie ehrlich und authentisch die Wirkung ausfallen wird. Die meisten großen Energiekonzerne haben in der letzten Zeit schließlich nicht unbedingt das positivste Image. Wirksame Öffentlichkeitsarbeit ist also dringend erforderlich. Schönreden und Grünfärben alleine werden jedoch nicht weiterhelfen. Nur wer tatsächlich Gutes tut, hat die Legitimation, darüber zu reden und kräftig die Werbetrommel zu rühren.
Immerhin vermeldet die RWE-Pressemitteilung hierzu:
„Um die Energieversorgung der Zukunft zu sichern, investiert RWE bis 2012 mehr als 30 Mrd. €. Dies ist das größte Investitions-programm in der Unternehmensgeschichte.“
Quelle: RWE


