
Videoinhalte im Web boomen. Auch für Unternehmen aus dem B2B-Bereich stellen Online-Videos eine interessante Präsentations- und Publikationsform dar. Mit Martin Hausmann, Projektleiter businessworld.de, sprach ich über die Entwicklung der B2B-Videoplattform businessworld.de und die Zukunft von B2B-Videoinhalten im Web.
Wie kam es zu der Idee, ein deutsches „B2B-YouTube“ aufzubauen?
„Viele mediale Trends aus der Konsumerwelt setzen sich früher oder später auch in der BtoB-Kommunikation durch. Die Technik hat sich vereinfacht und ist billiger geworden. Die einfache Verbreitung über das Internet schafft eine Öffentlichkeit, die auch für Unternehmen interessant ist und sie dazu motiviert, eigene hochwertige Videoinhalte zu publizieren. Gleichzeitig war uns klar, dass Unternehmen spezielle Ansprüche an eine solche Plattform haben: Ein passendes Umfeld und thematische Navigationsstruktur sowie ausführliche Beschreibungstexte etwa, die die einfache Recherche für Nutzer und Suchmaschinen erst ermöglichen. Solche speziellen Anforderungen der BtoB-Nische kann kein YouTube erfüllen. Von da war es nicht mehr weit, bis zur Entwicklung eines BusinessTubes.“
Wie wird das Angebot angenommen? Immerhin ist es für viele Unternehmen mit Sicherheit ein großer Schritt, Inhalte nicht mehr (nur) traditionell auf eigenen Servern, sondern jetzt (auch) auf einem Web-2.0-Portal zu veröffentlichen.
„Wir können jetzt, also fünf Monate nach dem Start, eine durchweg positive Bilanz ziehen: mehr als 100 Publisher nutzen das Portal bereits und haben deutlich über 400 Videos hochgeladen – und das Angebot wächst täglich weiter.
Ein Zurückschrecken vor ‚fremden‘ Web-2.0-Portalen können wir nicht feststellen. Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie die Kommunikation im Zeitalter des Internets nicht mehr reglementieren können. Stattdessen öffnen sie sich und versuchen aktiv, Themen zu setzen. Und so sehen wir, dass viele Filme, die bei uns hochgeladen werden, über klassische Unternehmens- oder Produktvorstellungen hinausgehen und dem Betrachter Wissen und Informationen vermitteln wollen. Sie versuchen einen Mehrwert zu bieten, wie das früher Aufgabe der klassischen Fachmedien war.“
Ein solches Portal lebt von seinen Inhalten. Wie sieht das Marketing für businessworld.de hinsichtlich neuer „Inhaltslieferanten“, aber auch neuer Besucher aus?
„Unsere Erfahrung zeigt, dass das Angebot an Web-Videos wächst und mit dem Angebot auch die technische und inhaltliche Qualität steigt. Diesen Trend gilt es für uns zu nutzen, um Besucher auf unser Angebot aufmerksam zu machen. Inhaltslieferanten, also Publisher, gewinnen wir in erster Linie durch die Einzigartigkeit des Angebotes, das in Fachkreisen und im Internet breit kommuniziert wird. Bei unserer Ansprache stehen natürlich die 2.000 Dienstleister, Medien und Freelancer an erster Stelle, die sich kommerziell mit der Videoproduktion beschäftigen. Das Angebot ist heute komplett kostenfrei, so dass wir natürlich auch von Empfehlungen profitieren können.“
Welche Aspekte des Angebots überzeugen Unternehmen Ihrer Erfahrung nach am stärksten, ihre Videos bei businessworld.de zu veröffentlichen?
„Zunächst einmal schätzen die Unternehmen natürlich die verbesserte Auffindbarkeit im Internet, die sie ihren Videos mit businessworld verschaffen können. Weitere Pluspunkte sind die Möglichkeit, Videos sehr einfach auch an einen größeren Verteiler weiterzuempfehlen und das umkomplizierte Einbinden der Filme in bestehende Websites.“
Wie sehen Ihrer Meinung nach die Zukunft und die Relevanz von B2B-Videoinhalten im Web aus?
„Die Bedeutung wird weiter steigen und diese Entwicklung wird von mehreren Aspekten getragen. Multimediale Darstellungsformen sind attraktiver und überzeugender zugleich. Einerseits werden Unternehmen verstärkt dazu übergehen, erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen per Video zu präsentieren. Zum anderen wird über dieses Medium zunehmend Fachwissen vermittelt werden – eine Situation, die vielen Fachverlagen in den nächsten Jahren noch einiges Kopfzerbrechen bereiten wird.“
Vielen Dank für das Interview an Martin Hausmann, Projektleiter businessworld.de.


